Strategie Darmstadt

Kernleistungen

Welche Kernleistungen der Daseinsvorsorge sollen durch die städtischen Beteiligungen erbracht werden?

Die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt erbringen Tag für Tag alle wesentlichen Leistungen der Daseinsvorsorge für die Stadt und die Region. Mit den zur Verfügung gestellten Leistungen sowie den Investitionen, welche die Beteiligungen in die Verbesserung und die Weiterentwicklung ihrer Angebote stecken, bilden sie einerseits das infrastrukturelle Fundament für das Zusammenleben in Stadt und Region, andererseits sorgen sie dafür, dass Darmstadt bereit ist für die Herausforderungen der Zukunft.

Als Daseinsvorsorge werden die Tätigkeiten in der Region verstanden, die durch Stadt, Eigengesellschaften, Beteiligungsunternehmen oder beauftragte Dritte erbracht werden, um wirtschafts-, sozial-, umwelt- und kulturpolitische Ziele im öffentlichen Interesse für die Bürgerschaft und die Unternehmen vor Ort zu erbringen. Unter öffentlichem Interesse wird das Angebot von Infrastruktur und/oder Dienstleistungen verstanden, das zur Sicherung des Standorts Darmstadt beiträgt, die Grundversorgung und Zukunftsvorsorge erbringt oder zur Erfüllung von fachspezifischen Zielen dient. Dabei sind gerade auch die Chancen für zukünftige Generationen zu wahren. Die verfolgten Ziele sowie das notwendige Angebot an Infrastruktur und Dienstleistungen unterliegen einem stetigen Wandel. Herausforderung (und Chancen) wie z. B. die Digitalisierung erfordern stetige Anpassungen.

Als deutschlandweit anerkannte Zukunftsstadt und digitales Herz der Metropolregion Rhein-Main-Neckar erfreut sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt großer Beliebtheit, was sich vor allem in stark steigenden Einwohner-, Studierenden- und Arbeitsplatzzahlen ausdrückt. Dadurch steht die Stadt bereits jetzt, aber vor allem in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor großen infrastrukturellen Herausforderungen, z. B. in den Bereichen Wohnen und Verkehr. Diesen Herausforderungen kann nur durch erhebliche Investitionen begegnet werden, möchte man die Zukunftsfähigkeit der Stadt nicht gefährden. Die kommunalen Unternehmen werden, gemäß ihren Möglichkeiten, ihren Teil dazu beitragen. Dies wird die Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung neuer, ggf. bislang noch nicht vom Begriff der Daseinsvorsorge umfassten, Angebote und Geschäftsmodelle erfordern. Die Umsetzung durch kommunale Unternehmen sichert der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Einflussnahme auf Vielfalt und Gestaltung des Angebots, garantiert ein Maximum an gesellschaftlicher Teilhabe an den Leistungen der Daseinsvorsorge und sorgt dafür, dass die erwirtschaftete Wertschöpfung in Stadt und Region bleibt. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die „Good Governance“, also die Einbettung privatwirtschaftlicher Elemente in feste Regeln und effektive Aufsichtsstrukturen.

Bei der Beteiligung an Unternehmen ist darauf zu achten, dass der kommunale Einfluss gesichert ist. Darüber hinaus ist dieser bei bestehenden Beteiligungen ohne ausreichenden kommunalen Einfluss zu stärken. Hierzu sind ggf. neue Aufsichtsgremien einzurichten. Die Vorgaben der HGO sind zu beachten. Mögliche Beeinträchtigungen der Privatwirtschaft sind zu vermeiden.

Welche Leistungen haben Effizienzpotenziale? Wo bestehen Ansatzpunkte für den Ausbau der Leistungsqualität?

Die Leistungen der Beteiligungsunternehmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind zu angemessenen Preisen und in einer angemessenen Qualität zu erbringen. Die Qualität ist, soweit wirtschaftlich vertretbar, stetig zu verbessern. Die Regelungen zu Compliance, insbesondere zur Vermeidung von Korruption, sind zu formulieren und zu beachten.

Die Unternehmen im Stadtkonzern überprüfen, optimieren und dokumentieren ihre Leistungsprozesse wiederkehrend. Ziel ist es, einen wettbewerbsfähigen und zumindest dem Standard vergleichbarer Unternehmen entsprechenden Leistungsprozess zu erreichen.

Die erarbeiteten Prozessmodelle werden mit anderen Unternehmen verglichen. Das Beteiligungsmanagement unterstützt dabei bei Bedarf.

Maßnahmen für die Effizienzverbesserung sind zu identifizieren, zu validieren und auszuschöpfen.

Wertschöpfung in Stadt und Region (HEAG-Gruppe)

Welches Potenzial besteht für lokale oder regionale Beschaffung von Leistungen, die derzeit außerhalb der Region bezogen werden?

Die Beteiligungen sichern die lokale und regionale Wertschöpfung nachhaltig und steigern diese soweit möglich.

Die Unternehmen beziehen ihre Leistungen (soweit rechtlich zulässig sowie wirtschaftlich und fachlich vertretbar) von lokalen Anbietern am Standort Darmstadt oder aus der Region.

Neben den monetären Bewertungskriterien sind die Unternehmen angehalten, auch auf eine sozial-ökologische Vergabe zu achten. Bei regelmäßig wiederkehrenden großen Beschaffungen wird auf die Eröffnung von Zweigstellen von Unternehmen am Standort Wissenschaftsstadt Darmstadt hingewirkt.

Die lokale und regionale Wertschöpfung setzt sich zusammen aus:

  • Personalaufwand
  • Aufwand für bezogene Leistungen
  • sonstige betriebliche Aufwendungen
  • und Konzessionsabgaben
  • Investitionen
  • Steuern
  • Dividendenzahlungen

Dabei stellt sich die lokale und regionale Wertschöpfung beispielsweise der Unternehmen der HEAG-Gruppe im Zeitraum 2019 – 2024 (rd. 5,7 Mrd. EUR) wie folgt dar: (siehe Grafik rechte Seite)

Welchen Beitrag leisten die Unternehmen zur Sicherung der sozialen Stabilität in der Region?

Stadtteilzentren werden zur Förderung der Gemeinschaft aufgebaut, um das soziale Miteinander zu stärken und lokale Identität sowie Teilhabe zu fördern. Gleichzeitig tragen sie zur wirtschaftlichen Belebung der Stadtteile bei und schaffen Räume für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliches Engagement.

Die Unternehmen unterstützen die Geschlechtergerechtigkeit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört als Beispiel die Etablierung der Betriebs-Kita der ENTEGA.

Die Beteiligungen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung lokal und regional im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahr. Sie unterstützen das öffentliche Leben, insbesondere in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Sport, Kultur und Soziales. Sie unterstützen das bürgerschaftliche Engagement der Beschäftigten.

Die Unternehmen orientieren sich an der Charta der Vielfalt. Die Diversity-Strategie zielt darauf ab, durch die Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds die Innovationskraft, Mitarbeiterbindung und Effizienz zu steigern. Durch die Anerkennung und Einbindung vielfältiger Perspektiven werden nachhaltige Wettbewerbsvorteile geschaffen und die Position im Markt gestärkt. Dies soll durch gezielte Maßnahmen zur Schaffung einer Kultur der Wertschätzung, durch Diversität in der Führungsebene und in allen Unternehmensbereichen sowie durch den Abbau von Barrieren erreicht werden. Die Ansprache und die Intensivierung der (Re-)Integration von Kundinnen und Kunden des Jobcenters in den ersten Arbeitsmarkt wird weiter intensiviert.

Das ehrenamtliche Engagement der Beschäftigten soll unterstützt werden. Bezahlte Freistellungen für gemeinnützige Tätigkeiten sollen angeboten werden, sofern sich ebenfalls privatwirtschaftliche Unternehmen im gleichen Umfang engagieren.

Der Dialog mit der Zivilgesellschaft soll gefördert werden. Eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Stiftungen soll angestrebt werden. Die Teilhabe älterer Menschen am öffentlichen Leben soll unterstützt werden. Die Förderung der kulturellen Identität und des kulturellen Erbes soll unterstützt werden.